Dein Espresso schmeckt seit ein paar Wochen flacher, und du hast weder Bohnen noch Mahlgrad geändert? Dann liegt es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht am Kaffee, sondern an dem, was sich in der Maschine abgesetzt hat.
Kaffeefett ist das Problem, nicht Kalk
Kalk kennt jeder. Kaffeefett kaum jemand – dabei ist es das, was den Geschmack zuerst kippt. Kaffee enthält Öle, die sich in Brühgruppe, Dusche und Sieb absetzen. Dort oxidieren sie binnen Stunden und werden ranzig. Und jeder neue Bezug läuft hindurch.
Das Tückische daran: Es passiert langsam. Du merkst nicht, dass es schlechter wird, weil sich der Geschmack über Wochen verschiebt. Erst nach einer gründlichen Reinigung fällt auf, wie viel Unterschied darin lag.
Entkalken und Reinigen sind zwei verschiedene Dinge. Ein Entkalker löst Mineralien, kein Fett. Wer nur entkalkt, hat die Hälfte gemacht.
Täglich: zwanzig Sekunden
Nach dem letzten Bezug den Siebträger ausspülen und das Sieb kurz ausbürsten. Die Dampflanze sofort nach jedem Aufschäumen abwischen – nicht später. Milch, die antrocknet, bekommst du nur noch mit Einweichen ab.
Dafür braucht es kein Küchentuch, sondern ein Mikrofasertuch, das nicht fusselt. Am besten zwei: eines für die Lanze, eines für die Arbeitsplatte.
Wöchentlich: Rückspülen
Das ist der Schritt, der den größten Unterschied macht. Du setzt ein Blindsieb in den Siebträger, gibst eine Reinigungstablette hinein und lässt die Maschine mehrmals kurz laufen. Der Druck presst das Reinigungsmittel rückwärts durch die Brühgruppe – dorthin, wo du von Hand nie hinkommst.
Danach mehrfach mit klarem Wasser nachspülen, bis nichts mehr schäumt. Den ersten Espresso danach wegschütten.
Wie oft genau, hängt von der Nutzung ab: Bei ein bis zwei Bezügen am Tag reicht wöchentlich. Wer mehr zieht, macht es alle drei bis vier Tage.
Monatlich: Siebe und Dichtung
Siebe und Duschsieb über Nacht in warmem Wasser mit Reinigungspulver einweichen. Am nächsten Morgen siehst du am Wasser, was da drin war.
Die Dichtung am Brühkopf mit einer Bürste abfahren. Dort sammelt sich Kaffeemehl in einer Rille, die man von außen nicht sieht.
Was du dir sparen kannst
Spülmittel gehört nicht in den Siebträger – es hinterlässt einen Film, den du in der nächsten Tasse schmeckst. Essig ebenfalls nicht: Er greift Dichtungen an und riecht noch Tage später aus der Gruppe.
Und Scheuermittel schon gar nicht. Kratzer im Sieb sind Stellen, an denen sich Fett künftig noch schneller festsetzt.
Der ehrliche Aufwand
Täglich zwanzig Sekunden, wöchentlich fünf Minuten, monatlich eine Viertelstunde. Das ist alles. Wer das durchhält, hat nach einem Jahr eine Maschine, die schmeckt wie am ersten Tag – und eine, die deutlich länger hält.

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